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Allgemeine Prinzipien thermischer Isolation
Allgemeines
Sämtliches Material, das für thermische Isolation verwendet
wird, funktioniert in Einklang mit demselben Grundprinzip: Wärme
bewegt sich von wärmeren zu kälteren Bereichen. Darum versucht
die Wärme in einem Gebäude, an kalten Tagen nach außen
zu gelangen. Und an warmen Tagen, versucht die Hitze von außen
in das Gebäude einzudringen. Isolationsmaterial ist das Material,
das diesen Prozess verzögert. Resolschaum hat kleine, mit Gas
gefüllte Zellen. Diese Zellen wirken einer Wärmeübertragung
entgegen. Sie können einen Wärmeverlust bzw. eine Wärmezunahme
jedoch nicht vollständig eliminieren.
Gleichgültig wie gut ein Gebäude isoliert ist, benötigt
es eine kontinuierliche Wärmezufuhr, um das gewünschte
Temperaturniveau beizubehalten. In einem gut isolierten Gebäude
ist die erforderliche Zufuhr zwar weitaus geringer als in einem
nicht isolierten Gebäude, eine Wärmezufuhr bleibt aber
trotzdem notwendig.
Wärmeübertragung
Bevor wir näher auf die Prinzipien der Isolation eingehen,
ist es wichtig, uns Einsicht in die Mechanismen der Wärmeübertragung
zu verschaffen. Ist eine warme Oberfläche von einem kälteren
Bereich umgeben, wird Wärme übertragen und dieser Prozess
hält so lange an bis beide dieselbe Temperatur erreicht haben.
Die Wärmeübertragung erfolgt gemäß einer
oder mehrerer der folgenden drei Methoden: Leitung, Konvektion
und Strahlung.
Leitung
Leitung (auch Konduktion genannt) ist der Prozess, bei dem Wärme
durch molekularen Transport durch ein Material, an ihm entlang
oder von einem Material zu einem anderen strömt. Das Material,
das die Wärme aufnimmt, gelangt in diesem Fall mit dem
Material in Kontakt, von welchem es die Wärme erhält.
Leitung findet in festen Stoffen, Flüssigkeiten und von
der einen zur anderen Form statt. Die Schnelligkeit, mit der
Leitung auftritt,
variiert enorm, je nach Art des Stoffes und dessen Zustand.
Bei den festen Stoffen sind es in erster Linie die Metalle,
die gute
Leiter sind, insbesondere Gold, Silber und Kupfer. Die Reihe
verläuft
weiter abnehmend über Mineralien wie z. B. Beton und Mauerwerk, über
Holz zu den am wenigsten leitenden Stoffen, wie thermischen
Isolationsmaterialien. Flüssigkeiten sind für gewöhnlich
schlechte Leiter, diese Tatsache wird manchmal aber durch die
Wärmeübertragung
verschleiert, die durch Konvektion stattfindet. Gase (z. B.
Luft) sind noch schlechtere Leiter als Flüssigkeiten,
aber auch diese sind empfindlich für Konvektion.
Konvektion
Konvektion entsteht bei Flüssigkeiten und Gasen. Um Wärme
durch Konvektion abzugeben oder aufzunehmen, muss ein fester
Stoff mit der Flüssigkeit oder dem Gas in Kontakt treten.
Konvektion kann nicht in einem Vakuum stattfinden. Sie ist die
Auswirkung
einer Veränderung der Dichte von Teilen der Flüssigkeit.
Diese Veränderung der Dichte ist die Folge einer Temperaturveränderung.
Ein Konvektionsprozess, der ausschließlich aufgrund
einer Veränderung der Dichte auftritt, wird „natürliche
Konvektion” genannt. Wird die bewegte Flüssigkeit
oder das bewegte Gas durch Wind oder künstliche Mittel
beschleunigt, nennt man den Prozess „erzwungene Konvektion”.
Bei einer erzwungenen Konvektion nimmt die Schnelligkeit
der Wärmeübertragung
zu – in vielen Fällen handelt es sich dabei um
eine starke Zunahme.
Konvektion bei Gasen
Wenn ein warmes Objekt von kühlerer Luft umgeben ist, wird
die Wärme bei direktem Kontakt mit dem Objekt in die Luft
abgeleitet. Diese Luft hat daraufhin eine geringere Dichte als
die kältere Luft, die sich daneben befindet. Die wärmere,
leichtere Luft bewegt sich nach oben und wird durch kältere,
schwerere Luft ersetzt. Diese nimmt jetzt ebenfalls Wärme
auf und bewegt sich auf dieselbe Weise. So entwickelt sich ein
kontinuierlicher Luftstrom oder Konvektion um das Objekt, welches
seine Wärme abbaut. Dieser Prozess ist vergleichbar, allerdings
umgekehrt, mit der Situation, wenn warme Luft ein kälteres
Objekt umgibt; in diesem Fall wird die Luft bei der Übertragung
von Wärme auf das Objekt kälter. Dabei bewegt
sich die Luft nach unten.
Konvektion bei Flüssigkeiten
Vergleichbare Konvektionsprozesse treten auch bei Flüssigkeiten
auf, allerdings mit einer geringeren Schnelligkeit, abhängig
von der Viskosität der Flüssigkeit. Man darf jedoch nicht
davon ausgehen, dass Konvektion in einer Flüssigkeit dazu
führt, dass die kältere Komponente sinkt und die wärmere
aufsteigt. Dies hängt von der Flüssigkeit und den betreffenden
Temperaturen ab. Wasser erreicht seine größte Dichte
bei ungefähr 4°C. Dies ist der Grund, weshalb in einer
Wassersäule, die ursprünglich 4°C hatte, der Teil,
dem Wärme hinzugefügt wird, aufsteigt. Wenn jedoch ein
Teil auf weniger als 4°C gekühlt wird, steigt dieser ebenfalls
auf, während das relativ wärmere Wasser nach
unten absinkt. Wasser oben in einem Teich oder Speicherbecken
gefriert immer zuerst.
Anforderungen an einen Dämmstoff
Um effektiv als Dämmstoff eingesetzt werden zu können,
muss ein Material den Wärmestrom über mindestens eine
und am besten über alle drei Arten der Wärmeübertragung
einschränken. Die meisten Dämmstoffe können die
Komponenten Leitung und Konvektion dank der zellulären Struktur
des Materials adäquat verringern. Die Strahlungskomponente
wird durch Absorption in der Masse des Objekts verringert und kann
durch das Anbringen einer glänzenden Folie an der Außenseite
des Produkts noch weiter eingeschränkt werden.
Strahlung
Den Prozess, bei dem Wärme durch ein Objekt ausgestrahlt und über
den Raum als Energie abgegeben wird, nennt man Strahlung. Wärmestrahlung
ist eine Form von Wellenenergie im Raum, die mit Radio- und Lichtwellen
vergleichbar ist. Strahlung benötigt für die Übertragung
kein Medium wie z. B. Luft, das sich dazwischen befindet, die Übertragung
kann eben so gut in einem Vakuum stattfinden. Alle Objekte senden
Strahlungsenergie aus; die Schnelligkeit dieser Abstrahlung wird
durch folgende Faktoren bestimmt:
-
den Temperaturunterschied zwischen den abstrahlenden
und den aufnehmenden Oberflächen
- den Abstand zwischen den Oberflächen
- das Abstrahlungsvermögen der Oberflächen. Dunkle,
matte Oberflächen sind im Gegensatz zu glänzenden,
reflektierenden Oberflächen gute Strahlensender bzw. –empfänger.
Thermische Isolation erzeugt keine Wärme, es ist ein allgemeiner
Irrtum, dass eine thermische Isolation automatisch das Gebäude
erwärmt, in dem sie angebracht ist. Wenn das Gebäude
keine zusätzliche Wärme erhält, bleibt es kalt.
Die Temperatursteigerungen, die entstehen können, sind die
Folge der besseren Nutzung eines zufälligen oder gelegentlichen
Wärmeanstiegs.
Konvektionsbremsen
Um die Wärmeübertragung durch Konvektion abzubremsen,
muss ein Dämmstoff eine zelluläre Struktur
oder eine Struktur mit einem hohen Porenvolumen
haben. Kleine Zellen oder
Poren bremsen die Konvektion in ihrem Innern
und haben somit eine geringere Neigung, die umliegenden
Zellen zu aktivieren.
Leitungsverringerung
Zur Verringerung der Wärmeübertragung durch Leitung,
muss ein Dämmstoff einen geringen Prozentsatz an festem Volumen
in Hinsicht auf das Porenvolumen haben. Weiterhin tragen eine dünnwandige
Zellstruktur, eine unterbrochene Zellstruktur oder eine Zellstruktur
von Elementen mit möglichst wenig Punktkontakten zur Verringerung
des geleiteten Wärmestroms bei. Eine Verringerung
der Leitung durch die Poren kann mithilfe von
Inertgasen anstelle von still
stehender Luft erzielt werden.
Strahlungsverringerung
Die Strahlungsverringerung wird größtenteils aufgehoben,
wenn ein Dämmstoff fest an einer warmen Oberfläche angebracht
wird. Strahlung kann in ein Material mit offenen Zellen eindringen,
sie wird aber in der umliegenden Zellstruktur schnell absorbiert,
woraufhin die Energie in einen leitenden oder konvektiven Wärmestrom
umgewandelt wird. Strahlung wird auch durch die Verwendung einer
glänzenden Aluminiumfolie als Außenschicht auf konventionellen
Dämmstoffen abgebremst.
Auswirkungen der Dichte
Die meisten Materialien erzielen ihre isolierenden
Eigenschaften aufgrund des großen Porenvolumens ihrer Struktur. Die Poren
bremsen die konvektive Wärmeübertragung durch ihre geringe
Größe. Eine Verringerung des Porenformats verringert
die Konvektion, erhöht aber die Menge an Material, das erforderlich
ist, um die umliegende Zellstruktur zu bilden, was somit in einer
Zunahme der Produktdichte resultiert. Eine weitere Zunahme der
Dichte bremst die konvektive Wärmeübertragung, aber letztendlich
werden die zusätzlichen Vorteile durch die zunehmende Übertragung
durch Leitung über das Zellstrukturmaterial aufgehoben und
eine weitere Zunahme der Dichte führt zu einer Verschlechterung
des Wärmeleitfähigkeitskoeffizienten. Die meisten hergestellten
traditionellen Dämmstoffe liegen im Bereich der niedrigen
bis mäßigen Dichte und jede einzelne Produktreihe hat
ihr eigenes spezifisches Verhältnis zwischen Leitvermögen
und Dichte.
Eine spezifische Gruppe von Produkten, nämlich isolierendes
Mauerwerk, liegt im Bereich der mäßigen bis hohen Dichte.
Diese Produkte verbessern den Wärmeleitfähigkeitskoeffizienten,
indem sie die Dichte reduzieren.
Auswirkungen der Temperatur
Der Wärmeleitfähigkeitskoeffizient nimmt in dem Maße
zu, in dem die Temperatur steigt. Das Dämmmaterial, die Luft
oder das Gas in den Poren, wird stärker aktiviert je stärker
seine Temperatur steigt. Diese Aktivität fördert die
Konvektion innerhalb der Poren oder zwischen diesen und erhöht
so den Wärmestrom. Diese Zunahme des Wärmeleitfähigkeitskoeffizienten
ist bei mit Luft gefüllten Produkten normalerweise kontinuierlich
und kann mathematisch modelliert werden. Dämmstoffe mit „Inertgasen” als
Isolationsmedium können starke Veränderungen ihres Wärmeleitfähigkeitskoeffizienten
aufzeigen; solche Veränderungen können durch Gaskondensation
auftreten, aber dies geschieht für gewöhnlich nur bei
Temperaturen unter Null.
Abstrahlungsvermögen der Oberfläche
Das Abstrahlungsvermögen der Oberfläche ist nur wichtig,
wenn diese Oberfläche an eine Luftschicht angrenzt, wie z.
B. bei einem Lufthohlraum in einer Konstruktion mit einer zweischaligen
Wand. Bei einem Lufthohlraum findet der Wärmestrom sowohl
durch Strahlung und Konvektion als auch durch Leitung statt. Zur
Verbesserung des Dämmeffekts eines Lufthohlraums kann der
Anteil des Strahlungsfaktors reduziert werden, indem ein Isolationsmaterial
verwendet wird, das eine an den Lufthohlraum angrenzende Oberfläche
mit einem geringen Abstrahlungsvermögen hat.
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