RaumGewinn durch kompakte Fassade: Sky Towers in Regensburg
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Moderne, fassadenbündige Fenster, geringe Dachüberstände – auch im Rahmen einer energetischen Aufwertung sollte das Erscheinungsbild von Gebäuden möglichst erhalten bleiben. Eine zentrale Herausforderung war dies bei der Fassadensanierung von sechs Wohnbauten in der Villenkolonie Westend in Berlin. Die Projektbeteiligten setzten daher auf eine Lösung mit einem Wärmedämm-Verbundsystem. Zentrale Komponente ist der Dämmstoff aus Resol-Hartschaum auf Basis der Technologie der Kooltherm K5 von Kingspan. Denn die WDVS-Dämmplatte aus Resol-Hartschaum eignet sich dank ihrer geringen Dicke und zugleich guten Dämmwirkung vor allem für architektonisch anspruchsvolle Objekte mit schwierigen Fassadendetails.
Die Villenkolonie Westend im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf zählt seit jeher zu den gehobenen Wohngegenden von Berlin. Sie entstand seit den 1860er Jahren nach englischem Vorbild. Das Quartier besticht besonders durch sein strenges Rechteck-Straßenraster sowie den Alleecharakter. Ihren Mittelpunkt bildet der kreisrunde Branitzer Platz. Der Kolonie zugehörig sind auch sechs Stadtvillen auf einem von Rüstern-, Eschen- und Platanenallee begrenzten Grundstück. Diese erhielten jüngst – im Zuge einer Fassadensanierung – ein neues Wärmedämm-Verbundsystem.
Die in den Jahren 1999 und 2000 für das Berliner Traditionsunternehmen Königstadt Gesellschaft für Grundstücke und Industrie mbH realisierten Villen bieten 46 Eigentums- und Mietwohnungen mit gehobener Ausstattung.
Zudem stehen ein Hausmeisterbüro und 42 Stellplätze in den jeweils hauseigenen Tiefgaragen zur Verfügung. Die Anordnung der Gebäude auf dem Grundstück ist mit Berücksichtigung des vorhandenen Baumbestands sowie der städtebaulichen Umgebung gewählt worden. So besteht die Bebauung aus drei freistehenden Villen, einer Doppelvilla gegenüber dem Paulinen-Krankenhaus sowie einer Villa, die direkt an ein angrenzendes Gebäude angebaut ist. Durch die Anordnung der Bauten auf dem Grundstück entstehen spannende Durchblicke. Facettenreich ist auch die Architektur der einzelnen Bauten. Die Gebäude verfügen jeweils über drei Geschosse nebst zurückgesetztem Dachgeschoss und Tiefgarage. Horizontal und vertikal versetzte Kuben gliedern sich an die Erschließung an und erzeugen ein Split-Level. Einige Wohnungen sind als Maisonette-Wohnungen ausgebildet.
Letztere lassen sich flexibel nach Bedarf öffnen und schließen. Das Material Holz findet sich auch in den Fensterrahmen wieder. Weiterhin gliedern horizontale Bänder sowie in ihrer Höhe variierende Gebäudesockelzonen aus Kalksandstein die Fassade. Die Verwendung des Naturmaterials korrespondiert mit dem Baumbestand und der grünen Umgebung.
Begleitet wurde die Fassadensanierung vom Bausachverständigenbüro IGS-Schulz Berlin. Erforderlich wurde die Maßnahme aufgrund des Zustands des alten Wärmedämm-Verbundsystems. Dieses wurde beim Neubau der Villen in den 90er Jahren nicht fachgerecht ausgeführt. Problematisch waren der Anschluss der ehemals vorhandenen hölzernen Fensterlaibungen und -stürze sowie der Übergang der Natursteinbänder an die Putzfassade. Mit der Zeit kam es in diesen Bereichen zu einer Hinterläufigkeit und Schäden durch Feuchtigkeit in der Dämmung. Bei der Wahl eines neuen WDVS bestand die wesentliche Herausforderung in der Einbindung der Fenster, der neu gefertigten Holzschiebeläden sowie der geringen Attika- und Fensterbanküberstände. Ein konventionelles System hätte hier das Erscheinungsbild der Architektur verändert. Benötigt wurde daher ein schlanker Dämmstoff, der zugleich eine hohe Dämmleistung bietet. Denn auch die energetischen Anforderungen sind – unter anderem mit Einführung der Energieeinsparverordnung (EnEV) – im Vergleich zu den 90er Jahren erheblich gestiegen.
Die aus Resol-Hartschaum bestehende Dämmplatte mit beidseitiger Glasvlies-Kaschierung verfügt über eine nahezu geschlossene Zellstruktur, die für einen Dämmwert bis zu einer Wärmeleitfähigkeitsstufe von 022 (λD=0,021 W/(m·K)) sorgt. Damit ermöglicht sie besonders schlanke, energieeffiziente Konstruktionen, die sowohl im Neubau als auch im Bestand gefragt sind. Um wie im Fall der Stadtvillen in Berlin die Anforderungen der im Jahr 2018 gültigen EnEV zu erfüllen, war lediglich eine Dämmstoffstärke von im Mittel zehn Zentimetern erforderlich. Damit konnten schmale Laibungstiefen realisiert werden, welche die Fenster nahezu fassadenbündig erscheinen lassen. Auch die Einbindung der Attika mit ihrem geringen Dachüberstand war ohne eine Erweiterung möglich. Die energetisch ertüchtigte Gebäudehülle trägt nun durch CO2-Reduktion wesentlich zum Klimaschutz bei und senkt die Heizkosten. Dämmstoffe auf Basis der Technologie von Kooltherm K5 Hochleistungsdämmplatten sind nach europäischer Brandschutznorm DIN 13501-1 als C-s2, d0 klassifiziert. Das bringt entscheidende Vorteile für die Planung, Verarbeitung und Baustellenlogistik eines WDV-Systems mit einer auf Kooltherm K5 basierenden Hochleistungsdämmplatte. So muss im Gegensatz zur Verwendung von EPS bis Gebäudeklasse 4 - 5 in der Regel kein Brandüberschlagsstreifen bzw. Brandriegel ausgeführt werden. Nähere Informationen bzgl. Brandriegel finden sich in den Zulassungen und ETA der Systemhersteller.
Die Ausführung der Sanierungsarbeiten übernahm die Bausanierung Ralf Jahnke GmbH aus Berlin. Start der Maßnahme war im Frühjahr 2016. Zunächst fand der Rückbau des alten Wärmedämm-Verbundsystems, der Fensterlaibungen und -stürze aus Holz, sämtlicher Holz-Schiebeläden samt Führungsschienen sowie der horizontalen Bänder aus Dolomitschiefer statt. Die Dämmplatten wurden auf der Außenwand aus Kalksandsteinen verklebt und mit Befestigern fixiert. Auf der Dämmschicht erfolgte der Auftrag des Unterputzes mit dem darin eingebetteten Armierungsgewebe. Letzteres sorgt für den stabilen Halt des Putzes. Im nächsten Schritt verarbeiteten die Sanierungsexperten eine Zwischenbeschichtung als Putzgrund für die darauf folgende Schlussbeschichtung „StoSilco K2“. Bei letzterer handelt es sich um einen Siliconharz-Oberputz. Den Abschluss bildet ein Schlussanstrich im weißen Farbton. Laibungen, Stürze und Fensterbänder wurden mit WDVS und Putz neu hergestellt. Dies führt zu einem wesentlich helleren und freundlichen Gesamteindruck. Zur erfolgreichen Fertigstellung kam die Fassadensanierung im Herbst 2018. Insgesamt wurden hierbei rund 5.000 Quadratmeter Dämmstoff auf Basis der Technologie der Kooltherm K5 WDVS-Dämmplatte von Kingspan verbaut.
Bei der energetischen Sanierung anspruchsvoller Architektur müssen Planer und Bauherren häufig Kompromisse eingehen. Bei den Wohnbauten in der Villenkolonie Westend war dies nicht der Fall. Denn dank des schlanken WDV-Systems und der hohen handwerklichen Qualität ließen sich auch die schwierigen Fassadendetails fachgerecht und optisch ansprechend lösen.